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Analysen

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Fußballstatistik wirkt einfach: Jahre, Wettbewerbe, Zahlen. Doch alte Tabellen wurden nach unterschiedlichen Regeln erstellt, Wettbewerbe änderten ihr Format und Vereine ihre Namen. In dieser Rubrik finden Sie sechs Schritte zur Analyse historischer Statistik, eine Tabelle taktischer Systeme in groben Zügen und einige Hinweise, wie man aus Zahlen keine Mythen macht.

Eine Zahl ohne Kontext wird leicht zur Legende. Aufgabe der Analyse ist es, ihr den Kontext zurückzugeben.

— Aus der Redaktion

Historische Statistik analysieren

  1. Quelle bestimmen

    Woher stammen die Zahlen: aus der offiziellen Wettbewerbsgeschichte, einem Lexikon, einer Vereinspublikation oder einer privaten Datenbank? Je näher die Quelle am Veranstalter, desto verlässlicher.

  2. Wettbewerb und Format klären

    Wettbewerbe änderten Format und Namen. Die Serie A als eingleisige Liga gibt es seit der Saison 1929/30, und aus dem Europapokal der Landesmeister wurde später die Champions League.

    Wenn Sie Erfolge verschiedener Epochen vergleichen, geben Sie an, um welches Wettbewerbsformat es geht.

  3. Vereinsnamen prüfen

    Vereine änderten Namen und Rechtsform. Der AC Mailand wurde als Milan Foot-Ball and Cricket Club gegründet – in alten Dokumenten taucht er womöglich unter anderem Namen auf.

  4. Mehrere Quellen abgleichen

    Wenn Zahlen voneinander abweichen, wählen Sie nicht die bequemste. Vermerken Sie die Abweichung und suchen Sie die Primärquelle.

  5. Fakt und Wertung trennen

    Die Zahl der Titel ist ein Fakt, „die beste Mannschaft ihrer Zeit“ eine Meinung. Halten Sie diese Ebenen in der Analyse getrennt.

    Sieben Siege des AC Mailand im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb sind ein Fakt; Schlüsse über „Größe“ sind bereits Interpretation.

  6. Lücken nicht auffüllen

    Wenn Daten fehlen, schreiben Sie das so. Aus dem Gedächtnis rekonstruierte Ergebnisse und Aufstellungen werden leicht zu Fehlern, die jahrelang von Text zu Text wandern.

Taktische Systeme in groben Zügen

SystemIdeeBekannt für
CatenaccioDichte Abwehr mit einem zusätzlichen freien Verteidiger hinter der Abwehrlinie und schnelle KonterWird mit dem italienischen Fußball der 1960er-Jahre verbunden; das Wort selbst bedeutet „Riegel“
RaumdeckungJeder Verteidiger ist für einen Bereich des Feldes zuständig, nicht für einen bestimmten GegenspielerGilt als Gegenstück zur Manndeckung und hat spätere Systeme stark beeinflusst
ManndeckungEin Verteidiger folgt einem bestimmten Gegenspieler über das ganze FeldKlassisches Mittel des alten Fußballs, oft mit Catenaccio kombiniert
PressingDie Mannschaft versucht, den Ball direkt nach dem Verlust zurückzuerobern, möglichst nah am gegnerischen TorEine der zentralen Ideen des späteren Fußballs, im Geist das Gegenteil der Abwehr vor dem eigenen Tor
  • Menschen

    Wer Fußballkultur schafft: Fans, Fanzine-Macher, Journalisten, Historiker, Fotografen, Kommentatoren.

  • Beiträge

    Themen des Magazins: Mailänder Vereine, San Siro, Farben und Spitznamen, Fanzines, Catenaccio, Sprache des Calcio. Dazu der Beitragskatalog.

  • Geschichte

    Chronik des italienischen Fußballs von der Gründung des AC Mailand 1899 bis zur Champions League 2007.

Quellen

  • Enzyklopädische Quellen zur Geschichte des italienischen Fußballs
  • UEFA – Geschichte der Wettbewerbe

Historische Angaben beruhen auf enzyklopädischen Quellen und den offiziellen Wettbewerbsgeschichten. Reglements, Stadionnamen und Besuchsbedingungen von Museen ändern sich – prüfen Sie diese auf den offiziellen Websites der Veranstalter.